Archiv für den Monat Januar 2014

AKUSTIKBRUNNEN [Designpreis Halle – Thema WASSER]

Vielen Dank an den lieben Christoph Weinzierl für den literarischen Support bei meiner Einsendung zum Designpreis Halle http://www.designpreis-halle.de/wettbewerb2014/.

Der Akustikbrunnen

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„Wenn sich „Judge Dredd“ im gleichnamigen Film mit heruntergezogenen Mundwinkeln seinen Weg durch den stählernen Dschungel von „Mega City One“ schießt oder „Korben Dallas“ in „Das fünfte Element“ sein fliegendes Taxi hupend durch betonierte Häuserschluchten bugsiert, werden uns urbanisierte Welten vor Augen geführt, von denen wir weniger weit entfernt sind als so mancher vielleicht denken mag. Während im Jahr 1900 noch über 90 % der Weltbevölkerung in ruralen Gebieten lebte, trifft dies seit 2007 nur noch auf ungefähr die Hälfte der Menschheit zu. Wenn man Prognosen der UNO Glauben schenken darf, so wird diese Entwicklung auch weiterhin anhalten und bis zum Jahr 2050 zu einem Anteil der städtischen Bevölkerung an der Gesamtbevölkerung von 70% führen. Dies hat nicht nur zur Folge, dass immer mehr Grünflächen einer unaufhaltsamen Betonlawine weichen werden, sondern auch, dass in Zukunft die vorherrschende Lebensweise auf unserem Planeten eine städtische sein wird; eine Lebensweise geprägt von Motorenlärm, Hupen, Handyklingeln, Hektik und Unruhe; eine Lebensweise, die zumeist jeglicher Naturverbundenheit entbehrt. Aus diesem Grunde habe ich mich dazu entschlossen, mit meinem Wettbewerbsbeitrag – dem Akustikbrunnen – ein Konzept zu präsentieren, das dem Städter der Zukunft durch die sinnlichen Qualitäten von Wasser kurzweilige Entschleunigung bietet. Dabei handelt es sich um eine interaktive, akustische Wasserskulptur, bestehend aus einer blauen Betonkugel und drei Schläuchen, an deren Enden Trichter angebracht sind. Im Inneren befindet sich ein digitaler Springbrunnen der es dem kurzzeitentspannungsaffinen Nutzer ermöglicht, inmitten des urbanen Trubels in beruhigende Wasserwelten abzutauchen. Trichter ans Ohr. Augen zu. Und los geht’s! Und wer weiß, hätte es in „Mega City One“ einen Akustikbrunnen gegeben, hätten die Mundwinkel des noch immer um sich schießenden, aber nun viel entspannteren „Judge Dredd“ vielleicht auch das ein oder andere Mal schmunzelnd nach oben gezeigt.“ 

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